Personalien und in memoriam

Todesfälle

Dr.-Ing. Gerd Nashan †

Am 17. August 2017 verstarb im Alter von 89 Jahren Herr Dr.-Ing. Gerd Nashan.

Dr. Nashan hat über mehrere Jahrzehnte die deutsche Kokereiwirtschaft entscheidend mitgeprägt und war der Mitbegründer des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V.

Dr. Nashan wurde am 10. Juli 1928 in Duisburg geboren und wuchs in Oberhausen-Sterkrade auf. Als 15-jähriger wurde er im Jahr 1944 als Luftwaffenhelfer zur Flugabwehr eingezogen. Nach Kriegsende und Gefangenschaft legte er im Jahr 1947 die Abiturprüfung ab. Danach begann Dr. Nashan sein Studium an der Universität Bonn, wo er zunächst zwei Semester Volkswirtschaft studierte. Danach erhielt er einen Studienplatz für Chemie. Nach dem Vorexamen wechselte Dr. Nashan an die Rheinische Westfälische Hochschule in Aachen. Das Chemiestudium schloss er im Jahr 1956 in Aachen mit der Promotion ab.

Im Jahr 1957 trat Dr. Nashan in die Bergbau AG Neue Hoffnung in Oberhausen-Sterkrade ein, wo sein Vater als Chemiker Leiter des Hauptlaboratoriums war. Auch Dr. Gerd Nashan verbrachte in diesem Labor seiner ersten Berufsjahre.

1959 wechselte er in das Betriebslabor der Kokerei Osterfeld, die mittlerweile mit der Bergbau AG Neue Hoffnung in die Hochofenwerke Oberhausen AG (HOAG) aufgegangen war. 1962 wurde er Direktionsassistent bei der HOAG mit der speziellen Aufgabenstellung, eine Abteilung für technische Betriebswirtschaft der Kokereien Osterfeld und Jacobi aufzubauen. Zum Betriebsdirektor wurde er im Jahr 1965 ernannt. 1967 wurde er Kokereidirektor bei den Hochofenwerken Oberhausen AG.

Mit Gründung der Ruhrkohle AG im Jahr 1969, bei der auch die Bergbaubetriebe der Hochofenwerke Oberhausen AG in das neue Unternehmen eingebracht wurden, wechselte Dr. Nashan dorthin als Leiter der Hauptabteilung „Weiterverarbeitung der Steinkohle (UP6)“. Wesentliche Aufgabe der Abteilung war die Unterstützung des Vorstandes in Planungsangelegen hinsichtlich der Entwicklung der Kokereiwirtschaft der Ruhrkohle AG vor dem Hintergrund des sich verändernden Koksabsatzes.

Die sich aus dem sogenannten Hüttenvertrag ableitenden Anpassungsmaßnahmen waren nicht nur mit dem Schließen von älteren Kokereien sondern auch mit der Schaffung leistungsfähiger und umweltfreundlicher Ersatzkapazitäten verbunden. Letzteres erforderte eine ständige Weiterentwicklung der Kokereitechnik, die von Dr. Nashan intensiv gefördert wurde.
Dr. Nashan war Mitglied in den Aufsichtsgremien verschiedener Betriebe der Kohlenwertstoffwirtschaft und wahrte dort die Interessen der Kokereibetreiber.

Von 1971 bis 1992 war Dr. Nashan Vorsitzender des Deutschen Kokereiausschusses. Bei seinem Ausscheiden wurde er zu dessen Ehrenmitglied ernannt. Im Jahr 1973 gehörte Dr. Nashan zu den Gründungsmitgliedern des Europäischen Kokereiausschusses.
Im Rahmen seiner Gremienarbeiten wurden gemeinsame Initiativen zur Weiterentwicklung initiiert und Kontakte zu den Kokereien in Europa gepflegt. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Engagement von Dr. Nashan für die Entwicklung eines neuen Verkokungssystems im Rahmen des Europäischen Entwicklungszentrums für Kokereitechnik (EEZK) zu.

Die Vielfältigkeit der internationalen Kontakte von Dr. Nashan kommt nicht zuletzt durch die intensive Zusammenarbeit mit den Kokereiexperten der Nippon Steel Corporation (NSC), Japan, zum Ausdruck. Regelmäßige Treffen wurden unter seiner Federführung in den Jahren 1983 bis 1991 organisiert.

Die Ergebnisse seiner Entwicklungsarbeiten machte Dr. Nashan in einer Vielzahl von Vorträgen und wissenschaftlichen Publikationen der Fachwelt zugänglich.
Für seine Verdienste um die Kokereitechnik ehrte ihn die Association for Iron & Steel Technology (AIST) im Jahr 1989 mit der Verleihung des Josef Becker Awards.

Im Jahr 1987 zählte Herr Dr. Nashan zu den Initiatoren für die Gründung des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V. (VDKF), dessen Vorsitzender er bis zum Jahr 1994 war. Er war dabei von der Zielsetzung getragen, den deutschen Kokern eine Plattform für die Förderung und Weiterentwicklung berufsbezogener Interessen zu schaffen. Hierzu zählen vorrangig die Förderung der Weiterentwicklung von Technik, Wissenschaft und Forschung auf den verschiedenen Gebieten des Kokereiwesens sowie die Traditionspflege des Berufsstandes der deutschen Kokereifachleute. Im Beisein von Dr. Nashan feierte der Verein im Jahr 2012 sein 25-jähriges Bestehen mit einer Festveranstaltung im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum.

Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben bei der Ruhrkohle AG im Jahr 1992 war Dr. Nashan als Berater für verschiedene Unternehmen im In- und Ausland tätig. Darüber hinaus engagierte er sich im Historiker-Kreis des VDKF, der sich die Sicherung des Wissens um die Kokereien und ihrer Geschichte zur Aufgabe gemacht hat.
Seit über zehn Jahren lebte Herr Dr. Nashan in Hamburg. Er war verheiratet und hatte zwei Söhne.
Der Verein Deutscher Kokereifachleute wird Herrn Dr. Gerd Nashan und sein Wirken stets in ehrender Erinnerung behalten.

 

Am 12. Januar 2015 verstarb nach schwerer Krankheit Herr Dr.-Ing. Klaus Hofherr. Über mehr als 30 Jahre hat Herr Dr. Hofherr das deutsche Kokereiwesen entscheidend mitgeprägt.
Seine beruflichen Stationen führten ihn in leitende Funktionen auf die Kokereien der Ruhrkohle AG und der Thyssen Stahl AG. Sein Name wird immer verbunden sein mit dem Neubau der Kokerei Schwelgern, an deren Planung Dr. Hofherr maßgeblich beteiligt war.
Herr Dr. Hofherr war über viele Jahre Mitglied des Deutschen und des Europäischen Kokereiausschusses. Als Vorsitzender leitete er den Verein Deutscher Kokereifachleute e.V. zwischen 1994 und dem Jahr 2000. Für seine besonderen Verdienste für das Kokereiwesen ehrte ihn der VDKF im Jahr 2004 durch die Verleihung der Koker-Medaille. Im Jahr 2011 zeichnete die Association for Iron & Steel Technology Herrn Dr. Hofherr mit dem Joseph Becker Award 2011 aus, in Erinnerung an Joseph Becker – einem Pionier bei der Weiterentwicklung der Kokereitechnik.Eine weitergehende Würdigung des beruflichen Wirkens von Herrn Dr. Hofherr können Sie hier nachlesen.
 

Nach schwerer Krankheit verstarb im Juni 2014 unser langjähriges Vereinsmitglied Gerd Veit.

Herr Veit war über viele Jahre Leiter der Kokerei Fürstenhausen bis zu deren Schließung im Jahr 1999. Nach seinem Ausscheiden bei den Saarbergwerken/Deutsche Steinkohle machte er sich selbständig mit der Gründung eines Consulting-Unternehmens mit dem Schwerpunkt Stampftechnik, das international und besonders in China aktiv war. Von 2000 bis 2005 war Gerd Veit Mitglied des Vorstandes des VDKF. Herr Veit wurde 65 Jahre alt. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.
 

Völlig unerwartet verstarb am 18. Juni 2014 Herr Dr. Rainer Worberg. Dr. Worberg wurde 66 Jahre alt.

  Dr. Worberg war 30 Jahre lang in leitenden Positionen des deutschen Kokereianlagenbaus tätig und über viele Jahre Mitglied des Vorstandes des Vereins Deutscher Kokereifachleute e.V.

Noch im Mai dieses Jahres ehrte der VDKF im Rahmen seiner Fachtagung Herrn Dr. Worberg mit der Verleihung der Koker-Medaille in Würdigung seiner besonderen Verdienste sowohl in Forschung und Entwicklung als auch bei der Zusammenführung der verschiedenen Kokereibaufirmen in Deutschland. In einer Laudatio zu dieser Ehrung ist das berufliche Wirken von Dr. Worberg noch einmal nachgezeichnet.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Kindern.

 

Unser langjähriges Mitglied Hans-Hermann Müller ist am 4. August 2013 im Alter von 81 Jahren nach langer Krankheit verstorben.

  Von 1956 bis 1993 war Herr Müller in leitender Position bei der Firma Didier und ihrer Vorgängerorganisationen tätig. Er war verantwortlich für eine Vielzahl von Kokereineubauprojekten in Deutschland und weltweit. Der VDKF würdigte die Leistungen von Hans-Hermann Müller im Jahr 2010 mit der Verleihung der Koker-Medaille. Der Name von Hans-Hermann Müller wird immer eng verbunden sein mit den Kokereiaktivitäten von Didier in Nordspanien, wo er auch über mehrere Jahre lebte und wo er jetzt auch seine letzte Ruhe finden wird. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.
Am 13. April 2013 verstarb im Alter von 70 Jahren unser langjähriges Mitglied Herr Dr. Diethard Habermehl. Dr. Habermehl war über viele Jahre in hervorgehobener Position in den Kokerei-Versuchsbetrieben beim Steinkohlenbergbauverein/Bergbau-Forschung tätig.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.
Am 12. Januar 2013 verstarb das langjährige Mitglied des VDKF Dr. Carl-Otto Still im Alter von 72 Jahren. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.
Wir haben die traurige Pflicht, Sie vom Ableben von Herrn Professor Dr. rer. nat. Kurt-Günther Beck zu unterrichten. Professor Beck starb am 22. Juli 2012 im Alter von 85 Jahren.
  Professor Beck hat die Entwicklung der Kokereitechnik in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg entscheidend mitgeprägt. An führender Stelle im Steinkohlenbergbauverein und in der Bergbau-Forschung GmbH in Essen war er mitverantwortlich für die Gemeinschaftsforschung des deutschen Steinkohlenbergbaus im Bereich der Kokereitechnik. Von 1970 bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst im Jahr 1987 war Prossor Beck Mitglied der Geschäftsführung der Bergbau-Forschung, der heutigen DMT GmbH & Co. KG; von 1957 bis 1987 Geschäftsführer des Deutschen Kokereiausschusses. Sein berufliches Wirken ist eng verbunden mit Bau und Betrieb der Versuchskokereien Emil und Prosper. Die dort erzielten Ergebnisse prägen noch heute den Bau der Großraumverkokungsöfen, wie sie nicht nur in Deutschland sondern auch weltweit betrieben werden.
 

Der hohe Stellenwert der von Professor Beck initiierten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten wird unterstrichen durch die enge Zusammenarbeit mit mehreren deutschen Hochschulen und Universitäten. Die Technische Universität Clausthal ernannte ihn zum Honorar Professor. Das American Iron and Steel Institute ehrte Herrn Professor Beck im Jahr 1977 mit der Verleihung des Joseph Becker Awards. Der Verein Deutscher Kokereifachleute e.V. verlieh ihn im Jahr 1997 die Koker-Medaille wegen seiner hervorragenden Verdienste bei der Entwicklung der Kokereitechnik.
Wir werden Herrn Professor Beck in ehrender Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Wir kommen der traurigen Pflicht nach, den Tod von zwei langjährigen Mitgliedern im VDKF mitzuteilen: am 22. Januar 2012 verstarb Herr Dr. Wilhelm Holz im Alter von 84. Jahren, am 30. Januar 2012 Herr Dr. Heinrich Weber im Alter von 92. Jahren. Herr Dr. Holz war über viele Jahre in der Kokereiwirtschaft der damaligen Ruhrkohle AG tätig, zuletzt als Leiter der Werksdirektion Kokereien bei der BAG Niederrhein. Herr Dr. Weber war in der früheren Carl Still GmbH & Co. KG verantwortlich für den Bereich Gasreinigung/Kohlenwertstoffgewinnung. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen.
Am 11. Juni 2011 verstarb nach schwerer Krankheit unser langjähriges Mitglied Dr.-Ing. Joachim Strunk.
  Für seine Verdienste um das Kokereiwesen wurde Dr. Strunk im Mai 2011 mit der Koker-Medaille des VDKF ausgezeichnet, die er noch selbst entgegennehmen konnte. Das Lebenswerks von Dr. Strunk kann mit der Laudatio nachgezeichnet werden, die aus Anlass der Preisverleihung verlesen wurde. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.

 

Der Verein Deutscher Kokereifachleute beklagt den Tod von zwei langjährigen Vereinsmitgliedern: am 5. Juni 2010 verstarb der Mitbegründer des Vereins Professor Dr.-Ing. Dietrich Wagener im Alter von 82. Jahren. Wegen seiner außerordentlichen Verdienste um das deutsche Kokereiwesen erhielt Professor Wagener im Jahr 2000 die Koker-Medaille des VDKF. Am 24. Juli 2010 starb Professor Dr. Kurt Hedden im Alter von 83 Jahren. Professor Hedden war während seiner aktiven Zeit an der Universität Karlsruhe den Kokern in Forschung und Betrieb ein verlässlicher Ratgeber, der sich mit dem Verein noch bis ins hohe Alter verbunden fühlte. Der Verein Deutscher Kokereifachleute wird die beiden Verstorbenen in dankbarer Erinnerung behalten. Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.
Wir haben die traurige Pflicht, Sie über das Ableben von drei langjährigen VDKF-Mitgliedern zu unterrichten, die im vergangenen Jahr verstorben sind. Im Jahr 2007 verstarben Ernst-Wilhelm Franke, Harald Frick und Hans Sach. Unser Mitgefühl gilt ihren Angehörigen.
Im Alter von 77 Jahren verstarb am 18. Februar 2007 unser langjähriges Mitglied Hans Sach. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.